Von Bergen sind wir weiter gefahren nach Flam. Dabei haben wir einige grosse Wasserfälle gesehen und sind eine regelrechte „Tremola-Strecke“ hinunter gefahren. 

Zum Glück ist die Stahlheimskleiva unterdessen eine Einbahnstrasse, denn ausweichen wäre mit unserem Wohni wohl nicht möglich gewesen. Als es ganz heikel wurde, haben wir den Fahrer gewechselt Wink.

Flam ist sehr touristisch und fast täglich kommen Kreuzfahrtschiffe bis zuhinterst in den Fjord. Auch wir hatten das Glück, dass gerade zwei grosse Kähne vor Anker lagen. Wenn wir Ende Juli da gewesen wären, hätten wir wieder die „Queen Marry 2“ gesehen, die wir schon in Barbados getroffen haben.

Auf dem sehr familiären Flam Camping haben wir mehrere Tage genossen und es uns gemütlich gemacht. Es war wieder einmal lernen und waschen angesagt. Ein Grund war auch, dass wir kurz nach der Ankunft mit Mira notfallmässig zum Doktor mussten. Sie hat nach dem Nachtessen plötzlich zwei Mal grosse Mengen erbrochen und viel Flüssigkeit heraus gegeben. Deshalb sind wir um 21 Uhr kurzerhand ins Nachbardorf zum Notfallarzt gefahren. Ein gründlicher Check hat nichts Besorgniserregendes ans Tageslicht gebracht und seither geht es ihr auch wieder blendend. Luca und Andrina waren zwar beunruhigt, hatten aber Freude, dass sie während dem Arztbesuch bis spät in die Nacht im Alkoven (Bett über der Fahrerkabine) einen DVD schauen durften.

Am Freitag war dann unser „Schulreise-Tag“. Wir packten unsere Rucksäcke und fuhren zuerst mit der Flambahn hinauf nach Myrdal. Auf 20 Kilometern werden 865 Höhenmeter überwunden und das zerklüftete, wildromantische Flamtal mit bis zu 18 % Steigung durchfahren. Wir waren ganz alleine in einem Wagen und konnten auf beiden Talseiten aus dem Fenster schauen, wenn wir nicht gerade in einem der 20 Tunnels waren.

Da es sich um eine Touristenbahn handelt, hatte es der Lok-Führer nicht gerade eilig und bei den markantesten Punkten fuhr er entsprechend langsam. Nach 45 Minuten hielt der Zug nach einem Tunnel auf einer Plattform direkt über dem Wasserfall „Kjosfoss“. Eine atemberaubende Kulisse, die vermutlich für die Asiaten noch mit Musik und Feeen-Tanz inszeniert wurde.

Nach einer Stunde hiess es in Myrdal aussteigen und wir beschlossen bis in die Mittelstation hinunter zu laufen. Eigentlich wollten wir die Fahrräder mit auf den Zug nehmen und hinunterfahren. Auf vorsorgliche Empfehlung von Camingplatz-Nachbarn verzichteten wir aber darauf, denn der oberste Teil des Weges war eine Schotterhalde und für uns mit unseren Mountenbike-Künsten nicht passierbar. Mira wäre im Kindersitz vermutlich wie ein Shake geschüttelt worden!

So genossen wir während der Wanderung Felsen, Bäche und Pflanzen bei strahlendem Sonnenschein. Leider haben wir uns etwas verschätzt oder zu viel in den Geröllhalden geklettert, denn den Zug verpassten wir in der Mittelstation um knappe 5 Minuten. Nur Luca, der noch gejoggt ist, hätte den Zug noch rechtzeitig gekriegt. Was soll’s, wir assen unseren Lunch und schmorten an der Sonne.

Zurück in Flam gab es eine Glacé und einen Gang durch die zahlreichen Souveniershops, die überfüllt waren mit Kreuzfahrttouristen. Um 15 Uhr nahmen wir das Schiff, um einen der schönsten Fjorde Norwegens, den Nærøyfjord, auf dem Wasser zu erleben. Dieser ist seit 2006 auch auf der UNESCO World Heritage Liste. Auf Grund der hohen, beinahe senkrecht aufragenden Berge gelangen hier die Sonnenstrahlen nur während fünf Monaten im Jahr bis ins Tal und an der engsten Stelle misst der Fjord nur 250 Meter. Wir genossen einen Apéro hinten auf Deck, schauten den Möven zu, die uns bis nach Gundvangen vorfolgten, und haben nach einer halben Stunde aufgehört die vielen Wasserfälle zu zählen.

In Gundvangen schnappten wir uns den ordentlichen Linienbus um zurück nach Flam zu kommen. Müde und um viele Eindrücke reicher sind wir wieder zurück in unserem geliebten Wohnizuhause angekommen.